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Von den Alpen in die Steppe
News|01.09.2026

Von den Alpen in die Steppe

Von der Schweiz in die Mongolei - die Geschichte einer erfolgreichen Partnerschaft.

Kenan Kocer, Export Sales Manager
Herr Munkhtsolmon, Besitzer von SHIM AGRO FARM; Frau Alimaa USNIKA, CEO von SHIMT TUL LLC; Frau Anujin, Übersetzerin; Mitarbeiter von SHIM AGRO FARM; Kenan KOCER, Export Sales Manager Swissgenetics; Frau Lkhagvajav Bolortuya, Verantwortliche der Genossenschaft Osemenene; Mitarbeiter von SHIM AGRO FARM
Bild: Swissgenetics

Die Mongolei: Land der Weite und der Bodenschätze

Zwischen endlosen Steppen, den Bergen des Altai und den kargen Landschaften der Wüste Gobi beeindruckt die Mongolei zunächst durch ihre immense Grösse. Mit knapp 1.56 Millionen km² ist sie rund 40 Mal grösser als die Schweiz und zählt gleichzeitig nur etwa 3.6 Millionen Einwohner!

Mit ihren mineralischen Bodenschätzen und den Weideressourcen verfügt die Mongolei über beträchtliche Voraussetzungen für ihre weitere Entwicklung. Die Steppen sind nicht nur eines der Wahrzeichen des Landes, sondern bilden bis heute das Herzstück einer Wirtschaft und einer Lebensweise, die tief in der Identität des Landes verwurzelt sind.

Viehzucht im Zentrum der mongolischen Landwirtschaft

In der Mongolei richtet sich die Landwirtschaft vor allem nach dem Rhythmus der Herden. In einem Land, in dem Weideflächen riesige Gebiete bedecken, bleibt die extensive Tierhaltung die tragende Säule des Agrarsektors und ist eng mit der Kultur und Lebensweise der ländlichen Bevölkerung verbunden.

Im Jahr 2026 zählt die Mongolei rund 70 Millionen Nutztiere, darunter hauptsächlich Ziegen (27 Millionen), 26 Millionen Schafe, 5 Millionen Rinder, 4.5 Millionen Pferde und knapp 500’000 Kamele.

Allerdings können sogenannte «Dzud»-Ereignisse – eine Kombination aus Dürre, extremer Kälte, Schnee und erschwertem Zugang zu den Weideflächen – zu massiven Verlusten führen. Beim Dzud von 2024 verendeten mehr als 7 Millionen Tiere.

Im Jahr 2024 umfasste die landwirtschaftliche Produktion rund 113.6 Millionen Liter Milch, wobei sich die moderne Milchwirtschaft noch im Aufbau befindet.

Die Mongolei verfügt bereits über den Tierbestand, die Flächen und die Traditionen der Viehzucht. In diesem Zusammenhang bieten die genetische Verbesserung, die Selektion, das Herdenmanagement und der Zugang zu besseren Zuchtpraktiken wichtige Ansatzpunkte, um das vorhandene Potenzial schrittweise in mehr Produktivität und Resilienz umzuwandeln. La Mongolie possède déjà le cheptel, les terres et les traditions d’élevage: dans ce contexte, l’amélioration génétique, la sélection, la gestion des troupeaux et l’accès à de meilleures pratiques d’élevage représentent autant de leviers pour transformer progressivement le potentiel du cheptel en davantage de productivité et de résilience.

Steppen, so weit das Auge reicht.
Bild: Swissgenetics

Swissgenetics – eine Referenz in der Rindviehgenetik in der Mongolei

Seit Beginn der Zusammenarbeit mit der Mongolei im Jahr 2019 begleitet Swissgenetics die mongolischen Züchter bei der Entwicklung und Verbesserung ihrer Herden. Nach mehreren Jahren Präsenz und zahlreicher Partnerschaften bot der jüngste Besuch im Land die Gelegenheit, die vor Ort erzielten Ergebnisse mit Zufriedenheit zu beurteilen und das wachsende Vertrauen der Züchter in die Schweizer Genetik festzustellen.

Insbesondere die Rasse Braunvieh nimmt in dieser Entwicklung eine wichtige Stellung ein. In der Region Batsumber, dem wichtigsten Braunviehzuchtgebiet der Mongolei, gibt es heute rund 8’000 Milchkühe mit einer geschätzten jährlichen Gesamtproduktion von 35 Millionen Litern Milch. Bei den besuchten Betrieben konnten wir unter anderem Töchter von Swissgenetics-Stieren wie SIMBABOY, BENISSIMO und COLUMBUS besichtigen – ein konkreter Beleg für den Einfluss dieser Genetik in der Praxis.

Eine Tochter von BENISSIMO in der mongolischen Landschaft.
Bild: Swissgenetics

Auf dieser Reise wurden wir auch von den Technikern der Genossenschaft Osemene begleitet, die in dieser Region für die künstliche Besamung zuständig sind. Sowohl die Züchter als auch die Techniker betonten ihre Zufriedenheit mit der Leistung der Swissgenetics-Genetik und deren guter Anpassungsfähigkeit an die anspruchsvollen klimatischen Bedingungen und Zuchtbedingungen in der Mongolei.

Auch der Gouverneur der Region Batsumber misst der Entwicklung der lokalen Viehzucht grosse Bedeutung bei. Insbesondere werden Fördermassnahmen eingesetzt, um die Züchter beim Zugang zu Besamungsdienstleistungen zu unterstützen. Während unseres Gesprächs hob er die Qualität der Swissgenetics-Samendosen sowie die positiven Ergebnisse hervor, die in den vergangenen Jahren in der Region erzielt wurden.

Diese Entwicklung öffnet auch den Weg für neue Projekte. Der Bedarf an Genetik und an der Verbesserung des Tierbestands bleibt gross, während die Region ihre wirtschaftlichen Entwicklungsziele weiterverfolgt – insbesondere mit dem Projekt zum Bau einer Milchverarbeitungsanlage. Dieser nächste Schritt könnte die lokale Milchwirtschaft weiter stärken und neue Perspektiven für diese Partnerschaft eröffnen.

Der Erfolg dieser Zusammenarbeit beruht auch auf der Qualität unseres Handelspartners in der Mongolei. Frau Alimaa USNIKA verfügt über grosse Erfahrung in diesem Bereich und pflegt ausgezeichnete Beziehungen zu den Züchtern und lokalen Akteuren. Sie spielt eine entscheidende Rolle beim Ausbau der Präsenz von Swissgenetics im Land. Ihr Engagement, ihre Kenntnis der lokalen Gegebenheiten und ihre Motivation tragen direkt dazu bei, die Schweizer Genetik mit den Bedürfnissen der mongolischen Züchter zu verbinden. Ihr kürzlich erfolgter Besuch in der Schweiz unterstreicht ebenfalls den Wunsch, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Swissgenetics und ihren mongolischen Partnern weiter zu intensivieren.

SHIM AGRO FARM: ein Erfolgsmodell, vom Hof in die Stadt

Eines der besten Beispiele für den Erfolg und das über die Jahre aufgebaute Vertrauen zwischen mongolischen Züchtern und Swissgenetics ist zweifellos SHIM AGRO FARM. Rund 100 Kilometer östlich von Ulan Bator gelegen, hält dieser Betrieb knapp 300 Tiere der Rasse Braunvieh und arbeitet heute zu 100 % mit der Genetik von Swissgenetics. Die seit mehreren Jahren verfolgte Strategie basiert auf drei Säulen: hochwertige Genetik, ein konsequentes Herdenmanagement und eine kontrollierte Fütterung.

Der Betrieb verfügt über 700 Hektaren Land, auf denen Gerste, Weizen, Hafer und Mais angebaut werden. In einem Land, in dem die Fütterung eine grosse Herausforderung für die Betriebe darstellt, ist es ein erheblicher Vorteil, einen grossen Teil des benötigten Futters direkt im eigenen Betrieb zu produzieren. Zusätzlich stehen den Tieren 150 Hektaren Weideflächen zur Verfügung.

Mit rund 100 Milchkühen produzierte SHIM AGRO FARM im Jahr 2025 knapp 700’000 Liter Milch. Die Besonderheit und Stärke des Modells endet jedoch nicht bei der landwirtschaftlichen Produktion: Die Milch wird direkt zu verschiedenen Milchprodukten – Milch, Joghurt, Rahm usw. – verarbeitet und anschliessend in zwei betriebseigenen Coffee Shops im Zentrum von Ulan Bator verkauft.

Der Erfolg stellt sich sowohl bei den Konsumenten vor Ort als auch bei den Take-away-Produkten ein: «Bereits ab 7 Uhr morgens bildet sich eine Schlange vor unseren Geschäften. Immer mehr Menschen interessieren sich für dieses Konzept mit frischen Produkten, die direkt vom Hof stammen. Die Rasse Braunvieh war für uns die richtige Wahl. Wir setzen seit mehr als sieben Jahren Swissgenetics-Sperma ein und sind mit der Qualität unserer Tiere und den erzielten Ergebnissen sehr zufrieden. Wir hoffen, unsere Zusammenarbeit gemeinsam weiter ausbauen zu können», erklärt der Eigentümer, Herr Munkhtsolmon.

Von der Produktion über die Verarbeitung bis direkt zum Konsumenten zeigt SHIM AGRO FARM beispielhaft, wie eine langfristige Vision in Verbindung mit einer geeigneten Genetik und einem kontrollierten Management ein leistungsfähiges landwirtschaftliches Modell schaffen kann – in einem Markt, in dem die Konsumenten zunehmend Wert auf Qualität, Frische und Herkunft der Produkte legen.

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Swissgenetics setzt ihre Entwicklung rund um den Globus mit starken und nachhaltigen Partnerschaften fort. Die Mongolei ist ein schönes Beispiel für diese Dynamik: Über die Jahre wurden konkrete Ergebnisse erzielt und das Vertrauen wächst kontinuierlich.

Wir möchten unserem lokalen Partner, den Züchtern sowie allen Technikern, die wir während dieses Besuchs getroffen haben, herzlich für ihren Empfang, ihre Verfügbarkeit und ihr Vertrauen danken. Ihr Engagement und ihre Erfahrung sind entscheidend für den Erfolg dieser Zusammenarbeit.

Swissgenetics möchte ihr Engagement an der Seite der mongolischen Züchter fortsetzen, die Herausforderungen von morgen gemeinsam angehen und nachhaltig zur Entwicklung der mongolischen Viehzucht beitragen – mit der bestmöglichen Genetik, um die Herden von morgen aufzubauen.